Die App als virtueller Guide durch dein Viertel

Die Local Web Conference verhandelt die Chancen und Inhalte geobasierter Dienste

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Einer der zahlreichen besuchenswerten Höhepunkte der Nuernberg Web Week ist die Local Web Conference HERE.NOW am 13. April um 14 Uhr im Z-Bau. Die Fachkonferenz für digitale Medien und geobasierte Dienste findet zum 6. Mal in Nürnberg statt. Tobias Helmlinger organisiert mit seinen Kollegen das Event für die Bayerische Medien-Servicegesellschaft und erklärt der mehrwertzone im Interview, auf was wir uns freuen können. Das ausführliche Programm mit Speakern hier.

Tobias Helmlinger, du bist einer der Organisatoren der Local Web Conference, einer Konferenz für Location Based Services. Und da werden die ersten schon stolpern. Erklär doch bitte allen Nicht-ITlern einmal, was „Location Based Services“ eigentlich heißen soll?

Fast jeder von uns hat heutzutage ein Smartphone. In diesen wahren Technik-Wunderwerken stecken auch GPS Chips, ähnlich wie in einem Navi. Damit kann man jederzeit seinen Standort bestimmen. Und jetzt wird es spannend, diese geobasierten Daten sind auch Grundlage für eine Vielzahl verschiedener Dienste und Plattformen. Die meisten kennen Kartendienste wie Google Maps oder Here. Diese Dienste greifen auf deinen GPS Chip zu und zeigen dir passend zu deinen Suchanfragen Ergebnisse in deiner Umgebung. Oder dich plagt der Hunger und die Suchmaschine deiner Wahl spuckt dir bei der Eingabe „Pizza“ oder „Mittagessen“ den besten Italiener in deiner Umgebung aus. Diese lokalen Empfehlungen haben Dienste wie Yelp oder TripAdvisor perfektioniert und bieten dir auf deinem Handy lokale Informationen zu allen Lebenslagen. Auch im Bereich Medien und lokalisierte News tun sich sehr viele spannende Möglichkeiten auf. Das Internet ist dank der immer leistungsfähiger werdenden Smartphone mobil geworden, wir tragen es alle mit uns in der Tasche. Und verschiedene Services und Plattformen bieten dir nun eben lokalisierte und situative Dienste an, die sogenannten Location-based Services.

Ihr habt für die Konferenz eine ganze Menge namhafter Referenten eingeladen. Wer sind deine persönlichen Highlights?

Die sind alle toll! Ich denke, wir konnten einige spannende Speaker für unsere Veranstaltung gewinnen und können somit ein breites Programm anbieten. Da ist für jeden aus der Medien-, Digital- und Kreativwirtschaft was dabei und ich freue mich sehr, möglichst viele Zuschauer am 13.4. im Z-Bau begrüßen zu dürfen.

DSC_0206Für wen aus dem Bereich der Kultur- und Kreativwirtschaft kann die Local Web Conference interessant sein?

Die Bereiche Medien-, Kultur- und Kreativwirtschaft haben dank der Digitalisierung immer größere Schnittmengen. Das mobile Netz und die geobasierten Dienste bieten für all diese Bereiche einen Mehrwert, sei es als App, die dir ortsbezogen und situativ Veranstaltungstipps ausspuckt oder auch eine App, die dich als virtueller Guide punktgenau durch ein Museum begleitet. Auch das sind Location Based Services. Unser Focus in diesem Jahr liegt auf Anwendungen aus der Medienbranche und auf Plattformen, die geobasierte Daten nutzen, um dem Nutzer in Echtzeit situative Dienste anbieten. Und diese Dienste lassen sich sehr gut auf die unterschiedlichsten Branchen übersetzen.

Gibt es einen Tipp, welche Inhalte deiner Ansicht nach besonders für die lokale Verbreitung und geobasierte Dienste sinnvoll sind? Kann da auch die regionale Blogger-Szene andocken?

Wie bei jedem Content gilt auch bei Blogs: Qualität ist entscheidend. Wenn dein Produkt nicht fliegt, dann nützt es auch nichts, es um geobasierte Daten zu erweitern. Aber alles was lokales Interesse hervorruft oder dessen spezieller Reiz in der Lokalität liegt (Sport, Gastro, Kultur, Klatsch & Tratsch…) bietet sich regelrecht an, auch geographisch markiert zu werden. Zum Beispiel kann es für Blogger sehr spannend sein, ihren Blog thematisch passend mit den Daten eines geobasierten Empfehlungsdienstes anzureichern und die eigenen Inhalte in einen solchen Dienst auch zurückfließen zu lassen. Im Vortrag von Yelp wird es genau um diese Schnittstelle, auch „API“ genannt, gehen.

Wenn der Nutzer lokal angesprochen wird, wie sieht das dann eigentlich mit Datensammeln und Datensicherheit aus? Kann ich anonym bleiben oder werde ich erkennbar?

Wir alle hinterlassen mit unseren Smartphones digitale Spuren und selbst wenn Ortungsdienste ausgeschaltet sind, werden Bewegungsprofile aufgezeichnet. Für viele große Companies sind diese Nutzerdaten sozusagen die Währung, mit denen der User die Dienste erkauft und für die meisten Nutzer scheint dieser Trade ok zu sein. Grundsätzliche kann man sagen: Ohne eingeschaltetes GPS Modul ist die Nutzung von Location-based Services eher schwierig. Wer damit aber ein Problem hat, sollte sein Handy am besten ausschalten oder sein Nokia 3210 wieder aus der Schublade holen. Doch selbst über die Funkzellen, in die sich dein Handy einloggt,  lassen sich Bewegungsprofile erstellen. Bei wem also diese digitalen Spuren Unbehagen hervorrufen, der sollte am besten ganz auf ein mobiles Kommunikationsgerät verzichten.

Vielen Dank, Tobias, für das Gespräch. Die mehrwertzone ist am 13. April sicher auch vor Ort!

Übrigens: die mehrwertzone-App mit den Veranstaltungsterminen aus Nürnberg, Fürth, Erlangen und Schwabach ist auch ein „Location Based Service“. Mit unserer Umkreissuche kann man Veranstaltungen im Radius von 500 m bis zu 5 km finden!

Rainer Hertwig am 29. März 2016

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